Freitag, 28. Mai 2010

Stage on Screen - Eröffnungsshow Konzept (Auszug)


Das Projekt setzt sich mit den Spannungsverhältnissen zwischen Bühne, Bildschirm und Musik anhand von deren historischer Entwicklung auseinander und bettet diese Thematik in eine moderne Echtzeit-Dramaturgie ein. Unser Interesse gilt dabei zunächst jener Zeit als Bühne und Bildschirm, bzw. Theater und Film noch nicht getrennt waren, also an den Anfängen der Projektion im Zeitalter des Barock. Unsere Projektion entwickelt sich im laufe der Aufführung vom Stummfilm über den Ton- und Farbfilm, hin zum Fernsehe- und Videobild um schließlich zum heutigen digitalen Bild zu gelangen. Diese diskursive Entwicklung soll dabei keineswegs belehrend wirken, sondern die Aufarbeitung dieser historischen Entwicklungen soll vielmehr die stilistischen Mittel für eine live Performance bilden, die eine möglichst große Bandbreite an Möglichkeiten der visuellen Gestaltung und damit auch der Interpretation liefert. Ein weiterer Hauptbezugspunkt des Projekts ist Architektur und deren Darstellung. Im laufe der Aufführung treten die Bilder im wahrsten Sinne des Wortes aus der „Fläche“ in den Raum und gehen eine Synergie mit den Bildern ein. Das starre Bild wird in moderne, an Musik gekoppelte Echtzeit Animationen und Filmsequenzen übergeführt, die die Leinwand dabei im wahrsten Sinne des Wortes verlassen. Der gesamte Raum wird somit wieder zur Bühne, in der die Zuschauer integriert werden. Der Akustische und Visuelle Raum soll im Laufe der Performance seine Richtung und den Zuschauer in seiner Position und Perspektive seiner Betrachtung nicht festlegen, sondern wählen lassen. Die Auflösung dieser Ausrichtung wurde dabei aber bewusst als Klimax innerhalb einer Dramaturgie gewählt, da eine Auflösung jeglicher Perspektive gleich zu Beginn der Vorführung, eher dem Charakter einer Installation gleichkommt und die filmische und erzählerische Form nicht richtig zur Geltung kommen kann.

Alexander König, Mai 2010

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